Headegg-macht-Pause-2


Unser Galerieprojekt ist seit Ende Oktober 2014 nicht mehr in den Räumen an der Trogersraße zu finden.

Nach zwanzig wundervollen, ernsten, lustigen, spannenden und kommunikativen Ausstellungen von den unterschiedlichsten Künstlern – im Kalten und im Warmen – mit Cocktails und seit 2013 mit dem besten Kaffee Münchens, mussten wir nun unsere Räume verlassen.

Sechs Jahre liegen hinter uns – es soll aber nicht das Ende sein! Wer weiß, wo es uns hin verschlägt und in welchen Räumen Headegg bald wieder wie der Phönix aus der Asche aufersteht!

Bis dahin sind wir froh so viele wundervolle Momente mit zahlreichen Besuchern erlebt zu haben und freuen uns auf viele zukünftige Ausstellungen!

Dann hoffentlich auch wieder mit dem besten Kaffee der Stadt von den Pilgrims of Coffee!

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Vernissage, Manuel Strauss und Lea Grebe

 
Manuel Strauss und Lea Grebe
AUCH INSEKTEN ESSEN KUCHEN
 


„So wie wir alle“ sagte Eliza. „denn die Konfusion ist eine Art Verzauberung – ein Moment, in dem das, was wir zu verstehen meinten, seine Form verliert, zerläuft und mit anderen Dingen eins wird. [...]“ Sie schüttelte den Schmelzlöffel leicht und die Wachskrümel, die oben geschwommen und zu kleinen, von der Oberflächenspannung zusammengehaltenen Blasen flüssigen Wachses geworden waren, platzten, versanken in dem geschmolzenen Wachs und verströmten dabei ein Wölkchen süßen Duftes, Überbleibsel der Blumen, welche die Bienen, die diesen Stoff gemacht, einst aufgesucht hatten.

Die Ausstellung Nummer 20, die letzte bei HEADEGG, trägt den Titel „Auch Insekten essen Kuchen“. In ihm werden die beiden zentralen Themen der Ausstellung, sowie deren Verbindung zueinander angedeutet. Die in München und Grafing lebenden Künstler Lea Grebe und Manuel Strauß stellen zum ersten Mal gemeinsam aus. Sie haben zusammen studiert und zuletzt auch gemeinsam gearbeitet. Somit sind in der Ausstellung auch teilweise Gemeinschaftsarbeiten zu sehen. Zwei junge Künstler fusionieren ihre formal grundlegend unterschiedlichen Arbeiten zu einer Ausstellung, welche sich mit den kleinen zarten, nicht aufs erste sichtbaren oder erfahrbaren Dingen des Lebens beschäftigt.

Manuel Strauß zeigt Objekte aus seiner Serie „Esssachen“ von 2014. Dabei geht es darum, unsere Wahrnehmung und unsere Sehgewohnheit zu hinterfragen. Die grundlegend traditionellen Genres (Objekt und Zeichnung) werden bei den Arbeiten dadurch aufgebrochen, dass ihre Grenzen immer wieder neu, durch die Verwendung unterschiedlichster Materialien, aus anderen Kontexten ausgelotet werden. Materialien wie Erde, Sand, Bitumen, Kreide, Schneespray, Gips, Pappe, Zinn und Kohle werden zu vermeintlich essbaren Skulpturen so angeordnet, dass der Betrachter auf den ersten Blick das Gefühl bekommt, er könnte einfach hineinbeißen. Harz und Steinmehl erinnern plötzlich an Zuckerguss und Puderzucker. Beim Anblick der dunklen Scheiben des „Kastenkuchens“ hat man sofort den Geschmack des besten schweren und süßen Schokoladenkuchens auf der Zunge… – Und dennoch sind die ästhetischen Objekte nicht essbar, sie gaukeln etwas vor, was sie nicht sind und führen dem Betrachter so seine Denkart und festgefahrenen Sicht- und Betrachtungsweisen vor Augen, die durch die Gewohnheit bestimmt und gelenkt werden. So geht es in den Arbeiten auch um Humor, der jedoch ebenso mit einem leicht kritischen Blick unsere Essgewohnheiten und unseren Umgang mit Lebensmitteln hinterfragen will.

Die Arbeiten von Lea Grebe spielen sich im Rahmen der endlosen, unüberschaubaren, uns kaum zugänglichen und tangierenden Welt der Insekten ab. Hierbei ist es zum einen das Interesse am Individuum, dem einzelnen Insekt, der Vielfalt seiner Art und der unterschiedlichen Lebensweisen, welche L. G. künstlerisch anregen. Aber das Insekt stellt in den Arbeiten auch immer eine Metapher dar für ein/das Lebewesen im Allgemeinen. Fragen nach basalen Themen der Menschheit, dem Leben und dem Tod werden in eine inhaltlich uns ferne, bildliche Ausdrucksweise übertragen. Auf diese Weise verlieren die oft
mit Pathos, Bedeutsamkeit und Übersteigerung einhergehenden Auseinandersetzungen an Gewicht. Es wird versucht, den Blick von einer neuen unbeachteten, zarten Seite auf das Thema zu lenken. Die Arbeiten fordern von den Betrachtern ein, genau hinzuschauen. Erst im ruhigen Betrachten und nahen Hingehen an die Objekte zeigen sich die wahren Inhalte und die Formen der Arbeiten. So auch bei der Arbeit „Alles was bleibt“. Die
kleinen Objekte aus Gießharz erscheinen auf den ersten Blick vollkommen abstrakt und ohne Struktur. Bei genauem Betrachten lassen sich reliefartig fragil die Formen von unterschiedlichsten realen und imaginierten Insekten erkennen. – Der abgebildete Moment spiegelt den Punkt zwischen Sein und nicht mehr Sein, Existenz und Abwesenheit. Konserviert den Moment des sich verflüchtigenden Körpers. Erregt Trauer, Abscheu, Neugierde, Erinnerungen, Ängste. Strahlt ebenso Ruhe, Gelassenheit aus vor dem Unabwendbaren, dem schon Geschehenen, dem sich Verflüchtigen, Verschwinden im Nichts der Zeit und im Raum.

Ein Kommentar von Lea Grebe

 

 

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Vernissage, Bianca Regl

 
BETWEEN THE APPLE AND THE PLATE
 

„ … Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang,
den wir noch grade ertragen, und wir bewundern es so,
weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören.“
(Rainer Maria Rilke, aus der Ersten Duineser Elegie, 1923)

 

Die 19. Ausstellung widmet Headegg der 1980 in Österreich geborenen Bianca Regl. In den Serien „Folds“, „Stucco“ und „Wallpapers“ arbeitet die Malerin weiter entlang westlicher kultureller Wurzeln. Tapetenmuster vom Barock bis zur Jahrhundertwende spielen ebenso eine Rolle wie die Faltenwürfe von Vorhängen, die sie in Darstellungen alter Meister präzise recherchiert und in Zitaten umsetzt. Bianca Regl lebt seit 2009 in Peking, die Jahre davor verbrachte sie ab 2005 in Los Angeles und dann in Berlin.

Die 19. Ausstellung widmet Headegg der 1980 in Österreich geborenen Bianca Regl. In den Serien „Folds“, „Stucco“ und „Wallpapers“ arbeitet die Malerin weiter entlang westlicher kultureller Wurzeln. Tapetenmuster vom Barock bis zur Jahrhundertwende spielen ebenso eine Rolle wie die Faltenwürfe von Vorhängen, die sie in Darstellungen alter Meister präzise recherchiert und in Zitaten umsetzt. Bianca Regl lebt seit 2009 in Peking, die Jahre davor verbrachte sie ab 2005 in Los Angeles und dann in Berlin.

Dekor, Ornamentik und Kitsch sind Inhalte, die in der zeitgenössischen Kunst oft negativ belegt sind. Bianca Regel lotet diese Begriffe schon seit einiger Zeit aus. Was ist Dekora- tives und was ist Kitsch? Wo fängt es an?

 

 

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Vernissage, Ralph Ammer

 


HAUSHALTEN
 

„Der Geist, der aus der Ornamentik der Banknoten spricht“
Walter Benjamin
 
Der Countdown hat mit der Ausstellung von Ralph Ammers „Haushalten“ begonnen: Das Ende von HEADEGG rückt immer näher! Der in München lebende Künstler lotet in seinen Kunstwerken die Ausdruckskraft von Zeichnungen mit verschiedenen Medien aus. Bei HEADEGG zu sehen sind Zeichnungen, Drucke und algorithmische Animationen.
Im Mittelpunkt der 18. Ausstellung stehen Scheunen – vereinzelte Zweckbauten als Metapher für ökonomische Teilnehmer. Unterschiedlichste Behausungen gibt es unzählbar viele in den Arbeiten von Ralph Ammer. Sie treten einzeln, verstreut, in Gruppen und geballt auf. Sie befinden sich im Flug, im Fall und in Auflösung. Ammer versucht, sich Bilder davon zu machen, was wir mit Geld tun und was es mit uns tut.
Die Arbeiten sind für Ammer Begleiterscheinungen zu der Frage, inwiefern sich in unser Leben irrationale Motive und Beweggründe einschleichen, wenn wir scheinbar rein rationale ökonomische Entscheidungen treffen.
„Unser Verhältnis zu Geld ist nicht annähernd so nüchtern und sachlich wie all die präzisen Zahlen und ‘Fakten’ unseres Umgangs mit ihm vorgaukeln, es ist ein spirituelles Verhältnis, das tief in unserer individuellen wie kollektiven Psyche verankert ist. Geld ist eine zwischenmenschliche Vereinbarung. Es gibt kein Material, das an sich wertvoll ist, der Wert, den wir einem Gegenstand oder Material zuweisen, ist vor allem sozial verhandelt.“ (Ralph Ammer)
 
Die Zeichnung fungiert für Ammer als intuitives Medium, mit dem er spielerisch Bilder erarbeiten, erproben und verwirklichen kann, sie ist ein „Denk-Medium“. Diese spontanen Prozesse stehen dann auch in starkem Kontrast zur methodischen Arbeit mit dem Medium Computer, dem Programmieren von Systemen. Bei Ammer verschmilzt die Zeichnungen mit Software, versetzt Bilder in Bewegung und ermöglicht den Betrachtern, mit ihnen zu interagieren.
So können die Besucher mit Hilfe der Installation „Hier hört der Spaß auf“ ihr eigenes Verhältnis zu Geld hinterfragen und in gewisser Weise auch prüfen. Sie werden eingeladen, eine moralische Grenze zu überschreiten und etwas äußerst unanständiges zu tun.

Text von Lea Grebe

 

 

 

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Vernissage, Jusha und Sven Mueller

 

Mehr über Jusha und Sven Mueller unter:
www.jushamueller.de

 


MÜNCHNER GOLD

„MÜNCHNER GOLD“ ist die inzwischen siebzehnte Ausstellung bei HEADEGG. Das Allgäuer Künstlerpaar Sven und Jusha Mueller zeigt Arbeiten, die sich auf den Ausstellungsort ebenso wie die Stadt München beziehen.
Trash-Materialien wie Karton, Styropor, Zinkblech und Dosen werden durch Blattgold und Platingold veredelt. Die so entstandenen Arbeiten sind zum einen Bildträger als auch Objekte und Bodeninstallationen. Den ursprünglich für den Betrachter wertfreien Materialien und Untergründen wird durch das Vergolden eine Wertigkeit gegeben. Das Ausgangsmaterial wird so entfremdet und bearbeitet, dass erst nach genauem betrachten die ursprüngliche Materialität zu Tage tritt.
Sven Mueller verweist im Zusammenhang mit den Arbeiten auf den Mythos von König Midas: „Über Midas’ Gier und Dummheit gibt es etliche antike Anekdoten: Um so weise wie Silenos zu werden, glaubte Midas genüge es ihn zu fangen. Er stellte ihm eine Falle, indem er einer Waldquelle Wein beimischte, aus der Silenos trank und berauscht einschlief. Dionysos, der seinen alten Lehrer vermisste, musste dem König für dessen Freigabe einen Wunsch erfüllen. Midas wünschte sich, dass alles, was er berühre, zu Gold würde. Der Wunsch wurde ihm gewährt. Doch da ihm nun auch Essen und Trinken zu Gold wurden, drohte ihm der Tod durch Hunger oder Durst.“
Der antike Mythos und die Arbeitsweise der Künstler kann als Synonym gelesen und auf die Werke und deren Aussage übertragen werden. Als eine Reaktion auf die Mechanismen mit welchen Freiflächen und leerstehende Räume, die in München immer seltener zu finden sind, zunehmend verschwinden. Alles in München wird zu „Gold/Geld gemacht“. So ergeht es auch unseren Kiosken von HEADEGG, welche voraussichtlich nur noch bis Oktober mit Kunst bespielt werden können und dann der Abrissbirne zum Opfer fallen. Freiräume werden immer rarer und Luxus dominiert das vorherrschende Interesse. Die Arbeiten können verstanden werden als ein Aufmerksam machen auf bestehende Missstände. Den Künstlern geht es jedoch nicht um politische Kunst. Vielmehr steht hinter den Gedanken ein persönliches Empfinden und Anliegen.
Charakteristisch für alle Arbeiten sind die in den Goldflächen reliefartig enthaltenen Striche und Punkte. Die immer wiederkehrenden Motive aus den Arbeiten Jusha Muellers haben im Werk der Künstlerin eine tiefe Bedeutung. Der Strich steht hierbei als Synonym für Zeit, Vergänglichkeit und Zählbarkeit. Der Punkt steht für Rhythmen, die kleinste Einheit und für Bewertungen. So fließen auch diese Zeichen mit in die inhaltliche Aussage mit ein, korrespondieren mit den gewählten Materialien und Objekten. Was entsteht, sind wundersam zarte und stille Arbeiten, die ihre kritische Aussage erst auf den zweiten Blick offenbaren.

Text von Lea Grebe

 

 

 

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Ausstellungsansichten, Niko Abramidis

 

Ausstellungsansichten, Susi Gelb

 

Mehr über Niko Abramidis unter:
www.nikoabramidis.eu

 

Mehr über Susi Gelb unter:
www.susigelb.de

 


RESULTS, EASY

Nächste Episode: RESULTS, EASY präsentiert ein dynamisches Ausstellungskonzept, das die Schau von Niko Abramidis &NE fließend übergehen lässt in Susi Gelbs Soloshow. Niko Abramidis &NE richtet in den Räumen des Headegg sein Büro ein. Das hyperaktive und raumfüllende Flagship Office von NA&NE wird sich über die Ausstellungsdauer hinweg stetig verändern bis es zum Schluss vollständig in Susi Gelbs komplexes Alchemielaboratorium resultiert. Aus Business wird Alchemy. Die gezeigten Objekte werden schrittweise ausgewechselt aber auch weiterentwickelt oder umfunktioniert und erhalten ihre jeweils spezifische Bedeutung durch den veränderten Kontext. Das weitreichende Ausstellungskonzept bezieht unterschiedliche Events mit ein – u.a. zwei Openings und eine Finissage mit Buchpräsentation. Innerhalb von NA&NEs Bürotätigkeit geht es um innovative Investitionskonzepte, also um zeitgenössische künstlerische Strategien. Das beinhaltet Kunstaktien, Zeichnungen und weitere Produkte, basierend auf pressure, appointments, agenda. Der Künstler ist dabei Berater, Produzent und Archivar in einem. Diese produzierte Business-Situation geht fließend über in eine Laborsituation, die Einblick in den komplexen Kosmos von Susi Gelb gibt: Prozesse, Materialien, Zeitregime und Systeme werden hier bis zum Exzess strapaziert und befinden sich in einer stetigen Zirkulation. Die entstehende atmosphärische Raumlandschaft setzt sich aus verschiedenen Gießharz- und Metallgüssen, Laborutensilien, Geräten, Zeichnungen und Loop-Videoprojektionen zusammen. Alles ist dabei in einem ständigen Wandel und ändert sich von Tag zu Tag. Die Ausstellung bekommt ihren speziellen Charakter durch die ortsbezogene Arbeitsweise der beiden Künstler, die die meiste Zeit vor Ort anwesend sein werden. Auf diese Weise werden sie selbst zu Akteuren innerhalb ihrer Rauminstallationen.

Text von Madeleine Freund

 

 

 

15-headegg-Hubertus-Hamm

 

 

Bilder der Vernissage

 

Mehr über Hubertus Hamm unter:
www.hubertushamm.de

 


RINASCE PIU GLORIOSA

Nun ist es so weit: der Schirmherr von HEADEGG, Hubertus Hamm lädt ein zur 15. Ausstellung!

Der renommierte Münchner Künstler gründete den Ausstellungsraum 2009 und stellt nun zum ersten Mal selbst in den Räumlichkeiten aus.

Unter dem Titel „Rinasce piu gloriosa“ (Es entsteht neu in größerem Glanz) zeigt Hubertus Hamm Fotografien unterschiedlicher verbrannter Papier-Objekte. Die scheinbar durch den Vorgang des Verbrennens als verloren geglaubten Elemente erscheinen auf eine unerwartete Weise in neuer Schönheit. Vor dunklem Hintergrund stark vergrößert, zeigen sich dem Betrachter seltsam brüchig und fragil anmutende Gebilde, die die unterschiedlichsten Assoziationen hervorrufen. Je genauer man den Blick schweifen lässt, umso mehr lassen sich Details erkennen, welche Aufschluss über den Ursprung der Objekte geben.

Wie Phönix aus der Asche entstehen immer neue Strukturen, Flächen und Brüche der Oberflächen. Schillernde Farben und Reflexe lassen den Betrachter an Metall, Baumrinden oder Perlmutt denken. Durch den Vorgang des Verbrennens nehmen die Objekte anscheinend ein vollkommen neues faszinierendes Äußeres an, das durch seine unerschöpfliche Vielfältigkeit erstaunt. Aus der Entfernung kompakt und fest wirkend, werden die Objekte beim Näherkommen zunehmend fragil und hauchzart. Was so entsteht, sind Fotografien, die unsere Sehgewohnheiten hinterfragen und Alltagsmaterialen in einen ganz neuen Kontext zu Ihrem Umfeld stellen und erscheinen lassen. Hubertus Hamm schafft Arbeiten, die erstaunen, faszinieren und zum Reflektieren anregen.

Ein Kommentar von Lea Grebe

 

14-headegg-Mathias-Schmied

 

 

Bilder der Vernissage

 

Mehr über Mathias Schmied unter:
www.mathias-schmied.com

 


It’s been a long day

Der Winter ist noch nicht vorbei und schon geht es bei HEADEGG mit der 14. Ausstellung „It’s been a long day“ weiter. Diesmal zeigen wir in einer von Alexandra Grimmer kuratierten Ausstellung den Künstler Mathias Schmied.

Der 1976 in Bern geborene und in Paris lebende Künstler zeigt Arbeiten aus Papier. Filigrane Gebilde, die sich an Zeichnungen orientieren.  Mathias Schmied verwendet statt eines Zeichenstifts ein Skalpell, mit welchem er seine Arbeiten erschafft. Was entsteht, ist genauso wie bei der Zeichnung eine Linie ein Strich, nur dass diese als Leerstelle in Erscheinung tritt. Durch Destruktion und Reduktion des Materials geht Schmied den genau entgegengesetzten Weg der Zeichnung. Beeinflusst durch Land Art-Künstler wie z.B. Gordon Matta-Clark, Michael Heizer oder Robert Smithson, die mit ihren Arbeiten in die Natur eingreifen, diese geradezu zerteilen und zergliedern, macht es Schmied ihnen gleich, nur mit dem einfachsten Material überhaupt, dem Papier.

So kommt neben dem Skalpell auch dem verwendeten Material eine spezielle Bedeutung zu. Das Papier wird so bearbeitet, dass es eine neue Funktion und Dimension erhält. Durch die Schnitte tritt die Zeichnung aus Ihrer Eindimensionalität heraus, nimmt den Raum mit in Beschlag, wird dreidimensional, wird zur Skulptur. Mit der Verwendung eines so vergänglichen Materials wie Papier erhalten die Arbeiten Schmieds so etwas wie ein „eingebautes Ablaufdatum“, welches sich teilweise auch in den inhaltlichen Aussagen der Werke widerspiegelt. Im Gegensatz zu in der Bildhauerei verwendeten Materialien, wie z. B. Bronze oder Stein zerfällt Papier schnell und löst sich im Laufe der Zeit auf. Dieses Moment, das an die Vergänglichkeit aller Dinge erinnern soll, ist Schmied wichtig. Es bezieht die ikonografisch bedingte Vanitas-Symbolik als einen Aspekt in die Arbeiten mit ein.

Inhaltlich bearbeitet Schmied unterschiedliche Ausgangsmaterialien, wie Comics oder Pin-up Fotografien aus Zeitschriften. Massenkommunikationsmedien werden hier zu abstrakten grafischen Objekten transformiert. Auch die Beschäftigung mit dem Schriftzeichen an sich ist ein zentrales Thema in seinen Arbeiten. Hier entsteht eine Verbindung zur Kalligrafie, welche sich auf die gleiche präzise Art und Weise mit dem Wort und den Buchstaben auseinandersetzt. Bei Schmied treten Worte einzeln isoliert oder in kleinen Gruppierungen auf. So bekommt das Wort als solches eine besondere Wirkung, die beim Betrachter einen zusätzlichen Nachhall erzeugt.

Auch bei den Arbeiten mit Comicseiten steht die Reduktion im Vordergrund. Durch gezieltes Herauslösen, Strukturieren und Reduzieren verändert sich die ästhetische Wirkung des Comics vollkommen. Was übrig bleibt, sind Fragmente, Umrisse und das nicht Vorhandene. Das Weiß wird dominant und löst so durch Leerstellen mit Ruhe und Klarheit die oft unruhig erscheinenden Comics ab.

Ein Kommentar von Lea Grebe

 

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Endlich bei headegg:

BEST COFFEE IN TOWN


 

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Pilgrims of Coffee

Die Pilgrims of Coffee sind bei Headegg angekommen und servieren
‘best coffee in town – köstlich fruchtigen ‘third wave coffee’ kit
von Bonanza Coffee aus Berlin. Wer möchte bekommt den Kaffee mit
einer Fusionvon cremigsten Milchschaum – ein Gedicht!!!

Mehr auch unter www.bonanzacoffee.de

 

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weitere Bilder

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Bilder der Vernissage

Mehr über Stephan Kaluza unter:
www.schultzberlin.com

 


FELDER

Mit der 13. Ausstellung wird bei HEADEGG einiges anders! Zu Gast ist die Galerie von Michael Schultz, die den Künstler Stephan Kaluza in unserem Räumen präsentiert. Der umtriebige Galerist betreibt neben seiner Berliner Hauptniederlassung Dependancen­ in Seoul­ und Beijing. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist das Aufspüren von neuen künstlerischen­ Strömungen. Mehr unter www.schultzberlin.com

Stephan Kaluza ist ein etablierter, in Düsseldorf und Berlin lebender und arbeitender Maler, Fotograf und Autor. 1964 geboren, stellte er neben der Malerei ab 2004 zunehmend­ auch fotografische Arbeiten in monumentaler Größe aus, u.a. im Zendai Museum­ Shanghai­, Museum of the Seam, Jerusalem, Contemporary Art Museum Seoul­, Kunsthalle­ Düssel­dorf. Ebenso schrieb er Theaterstücke, welche am Schauspielhaus und der Oper am Rhein, Düsseldorf, sowie im Staatstheater Stuttgart und am Deutschen Theater­ Berlin urauf­geführt wurden.

Bei HEADEGG ist die Serie »Felder« von 2013 zu sehen, die sich mit der heutigen Bedeutung­, Problematik und Atmosphäre einer Landschaft auseinandersetzt. Dem voraus ging ein Zyklus, der sich mit Schlachtfeldern in ihrem heutigen Zustand beschäftigte. Stephan Kaluza beschreibt seine Arbeiten wie folgt:

„Die menschliche Geschichte machte viele Orte zu bedeutungsvollen Orten. Im neutralen­ Sinne fallen ebenso menschliche und wie auch naturelle Katastrophen unter diese Begrifflichkeiten; ehemals simple Ortsbezeichnungen wie Tschernobyl, Auschwitz und Guantanamo­ Bay konnotieren heute eher die Bedeutung dieser Orte als deren schlichte geographische Bezeichnung. Die Ereignisse, die an diesen Orten stattfanden, machten diese Plätze zu Symbolen einer allseits gegenwärtigen Geschichte.


Insbesondere die Schlachtfelder im Verlauf der menschlichen Geschichte nehmen als Symbol eine große­ Präsenz ein; auch der nicht so Geschichts-Bewanderte ist mit Ortsbezeichnungen wie Waterloo­ und Marathon vertraut, sei es, weil die eine als Synonym für – Niederlage­ – steht, sei es, weil man nach der anderen eine populäre Sportart benannt hat. Die Neutralisierung des zeitlichen­ Abstandes nimmt den stattgefundenen Dramen vor allem – die Trauer. Auch wenn die jeweils nationale Heroisierung den Opfern dieser Ereignisse den notwendigen Trost gab, so geschah vor allen anderen Dingen zunächst das eine, – es wurde­ zumeist sinnlos­ gestorben und die Größe der geschichtlichen Bedeutung konkurriert­ in trauriger­ Weise mit der Anzahl der massenhaft Getöteten.


Die Bilder der schönen und idyllischen Landschaften stehen im bewussten Kontrast zum Wissen über das Geschehene.­ Es sind nicht die trainierten Medien-Bilder, die sich einem aufdrängen; in diesen Fotos von romantisch­ anmutenden Wäldern, Wiesen und Flüssen zeigt sich eher eine Unschuld und eine Unbeirrbarkeit der Natur, unabhängig­ vom menschlichen Handeln seinerzeit. In ihrer­ stillen Präsenz verdeutlicht die Natur die Flüchtigkeit, und ebenso die Abgründe des menschlichen Tuns. Die Bilder basieren auf einer Art »doppelten« Wahrnehmung; das Wissen von den Ereignissen findet parallel zum eigentlich Sichtbaren statt, es entsteht so die Illusion einer entnommenen Zeit, eines angehaltenen Augenblicks. Die Fotos stellen derart die Frage nach den »Bildern hinter den Bildern«, nach der (un)sichtbaren »Bedeutung«­ dieses Ortes, ihnen ist eines gemein, – die Natur steht in ihrer Schönheit im Vordergrund. Nicht, um die traurige Berühmtheit dieser Orte zu »verniedlichen«, vielmehr, um ein Bewusstsein von Zeit und Vergessen zu hinterfragen.­“

Ein Kommentar von Lea Grebe


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