Joe Masi - Murena live zur Finissage am 08.01.2010

 


 

Am Freitag, den 08.01.2010 um 19 Uhr wird das Gitarrenduo Joe Masi – Murena eine angenehm irritierende Live Performance im HeadEgg Pavillon darbieten. Das Konzert ist zugleich Finissage der Ausstellung „Soup“ von Aiko Okamoto.

www.myspace.com/joemasi
www.myspace.com/murena

Hier der Kommentar von Aiko zu ihrer Finissage:SOUP

Bilder der Finissage

Das Finissage-Konzert von Joe Masi-Murena hier als Clip:

Club Tropicana  - Austellung von Benjamin Roeder und Jan Schünke

 


Bilder der Vernissage

www.bejaminroeder.com
www.janschuenke.com

 


 CLUB TROPICANA – Lessons of a Journey

Ob auf Cocktailspießen, Schlüsselanhängern oder bedruckten T-Shirts: Wie ein universell verständlicher Icon ist die markante Form der Palme in der Bildsprache unserer Gesellschaft verwurzelt. In der HeadEgg Ausstellung „CLUB TROPICANA – Lessons of a Journey“ beschäftigen sich Benjamin Röder und Jan Schünke auf unterschiedliche Weise mit diesem Phänomen. Der HeadEgg Pavillon schafft einen Rahmen für die Einzelarbeiten der Künstler und lässt sie zu einer stimmigen Gemeinschaftsinstallation verschmelzen. Durch die Schaufenster einsehbar, erinnert die Arbeit formal und kompositorisch an ein Triptychon. Im linken Fenster sind Fotografien von Jan Schünke zu sehen, auf denen Umrisse und Schatten von Palmen inmitten von Straßenszenen ferner Länder und Kulturen eingefangen wurden. Beinahe flüchtig wirkt die für uns exotisch anmutende Pflanzenart im Alltag der Menschen, wo Palmen Bestandteil der natürlichen Vegetation sind. Die Bedeutungen, die man mit dem Sehnsuchtsobjekt Palme assoziiert scheinen in diesen Aufnahmen nicht von erstem Rang zu sein. Und doch präsentieren sie sich prägnant und plakativ. Anders bei Benjamin Röder, der im rechten Schaufenster eine plastische Arbeit zeigt: Eine aus Partyaccessoires konstruierte Palme. Aufeinandergestapelte Sektkübel bilden den gebogenen Stamm, extra lange neonfarbige Strohhalme die Palmwedel. In Schwarzlicht getaucht erinnert die Skulptur an schillernde Clubnächte und Sangria Eimer – kurz, an die Partygesellschaft, die sich wünscht mittels konstruiertem Südseeflair schnell dem Alltag zu entrinnen. Im schmalen mittleren Fenster verbinden sich die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Künstler collagenartig zu einem weiteren Abbild der allgegenwärtigen Ikone. Eine aufblasbare mit Bongos bekleidete Plastikpalme, die einer Badeinsel entnommen wurde, nimmt den oberen Bereich des Fensters ein, während ihr Stamm zweidimensional als Fotografie weitergeführt wird. Auf einer angrenzenden Plakatwand außerhalb des Ausstellungsraumes wird man begrüßt mit:  „Hi! Wo?“. Also warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Die HeadEgg Ausstellung 03 bringt Tropical Vibes und Happy Hour in kalte Wintertage.

Aiko Okamoto SOUP

 

Bilder der Vernissage

 


 

SOUP

Wie leuchtende Farbflecken scheinen uns Aiko Okamotos Arbeiten der Serie „SOUP“ von weitem entgegen. Man muss näher herankommen um zu sehen. Dann tritt die Farbe in den Hintergrund und die Aufmerksamkeit richtet sich auf die feinen schwarzen Zeichnungen der japanischen Künstlerin. Kleinformatige Darstellungen von Gesichtern oder sollten wir besser sagen Portraits?

Immerhin dienten Fotos von Models, Djs und Künstlern, wie sie in Zeitschriften zu finden sind, als Vorlagen für die reduzierten Zeichnungen. Doch individuelle Persönlichkeitsmerkmale sind für den Betrachter nicht auszumachen. Es gibt keine Erkennungswerte. Er sieht Gesichter von Männern und Frauen mit kurzen oder langen Haaren, allesamt in Frontalansicht mit größtenteils neutralen Gesichtsausdrücken. Paarweise auf handgefertigte Leuchtkästen montiert, scheint es, als wollten jeweils zwei Gesichter miteinander in Beziehung treten. Doch da jeder Kopf von einem durchsichtigen Plastikschälchen eingefasst wird – das Material entstammt der Verpackung von japanischer Instant Miso Suppe – ergibt sich keine erkennbare Interaktion. Auf die Innenseiten der Plastikbehältnisse gezeichnet, wirken die Darstellungen unbewegt, still und in sich ruhend. Gefangen oder gar gestorben?

Ein wenig mag „SOUP“ an Installationen des französischen Künstlers Christian Boltanski erinnern. Unter Einbezug von schummriger Beleuchtung schafft er aus Keksdosen, die mit kleinformatigen Portraitfotos verstorbener Menschen versehen sind, riesige, an Archive erinnernde Mahnmale. In dieser Hinsicht könnte auch „SOUP“ unsere Erinnerung an verstorbene bzw. abwesende Menschen repräsentieren. Wir hüten das Andenken sorgfältig, mit den Jahren gehen Einzelheiten allerdings mehr und mehr verloren. Dieser Vorgang gleicht der künstlerischen Technik des reduzierten „Abzeichnens“ von fotografischen Vorlagen. Details werden ausgespart, während grobe Umrisse an Bedeutung gewinnen.

Wie auch immer man „SOUP“ sehen will, die Serie lässt viel Raum zur persönlichen Auseinandersetzung und Interpretation. Gerade diese Offenheit sowie eine ganz besondere Ästhetik machen den großen Reiz der Arbeiten aus.

Aiko Okamoto wurde 1979 in Kyoto geboren und studiert Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Ein Kommentar von Sandra Steinleitner

Schattenbilder - eine Headegg Austellung - 8.Mai bis 8. August 2009

 

Bilder der Vernissage


 

SCHATTENBILDER

Scherenschnitt… zuerst denkt man dabei wahrscheinlich an die Goethe-Zeit, an die schwarzen Profile, die den Menschen aus seinem Umriss entstehen lassen. Dort, wo man den Menschen vermutet, ist jedoch nichts, nur ein schwarzes Papier. Der Scherenschnitt versucht keine Illusion zu erzeugen. Er ruft in unserem Kopf etwas auf und macht im nächsten Moment klar, dass dies nicht wirklich hier ist. Schauen wir genau hin, blicken wir auf eine Fehlstelle.

Thomas Pakull verwendet diese Technik nicht für Portaits. Er schneidet das Papier so, dass man berühmte Fotografien zu erkennen glaubt. Bilder, die die Welt bewegten. Sie alle haben noch etwas gemeinsam: Wir glauben Menschen zu sehen, Menschen, die leiden oder sterben. Wenn wir diese Bilder betrachten, laufen in unseren Köpfen ganze Kaskaden von Gefühlen und Assoziationen ab.

Thomas Pakull führt uns jedoch nicht die realen Situationen vor Augen. Dort wo die Menschen sein sollten, blicken wir auf nichts, nur das leere Papier. Das erkennt unser zweiter Blick. Und dennoch war in uns diese Flut aus Schreck und Anteilnahme! Es ist beeindruckend, wie stark diese Bilder sind.

Aber es greift zu kurz, wenn man in den Schattenbildern von Thomas Pakull nur die emotionale Wucht der Vorbilder sehen würde. Mit der Übertragung in Scherenschnitte läßt er uns die Leerstelle sehen. Wir können so bemerken, dass diese aufwühlenden Fotos gar nicht mehr mit der urspünglichen realen Situation verbunden sind. Wir erleben lediglich die modernen Mythen, die um diese Fotografien gebildet wurden. Die realen Situationen und die realen Menschen, haben wir dabei längst hinter uns gelassen.

Thomas Pakull ist Art Director. Er kennt die Medienbranche, die mit ihrer großen Maschinerie, in der Lage ist, aus fotografierten Momenten moderne Ikonen zu machen. Indem Thomas Pakull berühmte Bilder des Leidens in Scherenschnitte überträgt, stellt er beeindruckend einfach die Frage nach der Wahrheit hinter diesen Bildern und nach ihren Fehlstellen.

Ein Kommentar von Norbert Schulz

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