07-headegg-Gerhard-Schabel

Bilder der Vernissage

Mehr über Gerhard Schabel unter:
www.gerhardschabel.de

 



Was sich bewegt, kann man nicht denken

Die Winterpause ist vorbei und HEADEGG startet mit seiner siebten Ausstellung in die neue Saison! Wir freuen uns auf Gerhard Schabel und seine Installationen „Was sich bewegt, kann man nicht denken“. Ausgangspunkt der Arbeit von Gerhard Schabel ist das Verhältnis zwischen Bewegung, Zeit, und Moment, dem er sich, in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Thomas Heiber, seit einigen Jahren widmet. Am Ende ist es die Frage nach dem fotografischen Moment, der für seine Arbeit entscheidend ist. „Der Aspekt, wie man den Dingen Sein gibt, also eine Dauer. Und doch scheint mir die eigentliche Arbeit und die Funktion von Kunst das Gegenteil dessen zu sein und in der Freiheit zu liegen, solche (definierten) Seinszustände, seien es nun Moden, Ideen, Ideologien, moralische Systeme bis hin zur Religion wieder in Bewegung zu bringen. Das beinhaltet eben nicht nur einen ästhetische Genuss, sondern die Möglichkeit, dass etwas angeregt wird und beschäftigt, neue Bewegungsmöglichkeit eröffnet bis hin zur Trauer und der Akzeptanz der eigenen Endlichkeit, mit der darin liegenden Öffnung zum Moment.“ Der Beobachter sieht sich Installationen gegenübergestellt, die in ständigem Wandel begriffen sind. Laufend ergeben sich neue Bildkompositionen, Sinnzusammenhänge und Assoziationen. Es werden verschiedenste Empfindungen geweckt. Vorder- und Hintergrund verschwimmen, wechseln sich ab und irritieren den Betrachter. Das Sehvermögen wird infrage gestellt, Bewegungsabläufe werden körperlich erfahrbar gemacht. Die Installation erzielt eine Verlagerung des Denkens hin zur intuitiven Wahrnehmung. Im Betrachter werden neue Impulse ausgelöst, die Mut und Anstrengung verlangen und ihn auf eine Reise mitnehmen. Die drei gezeigten, vom Grundaufbau her statischen Installationen, werden durch verschiedene Methoden in Bewegung gesetzt. Die erste Arbeit zeigt Projektionen von Fotografien auf sich leicht bewegenden Papierbahnen. So entstehen Räume und Landschaften mit Tiefenwirkung. In dem zweiten Werk werden auf einem Bildschirm Fotografien gezeigt, die sich durch prismenartige Verschiebungen von einzelnen Bildelementen, permanent verändern. In der letzten Arbeit erlebt ein kleines Mädchen durch einen sich ständig verändernden Hintergrund die Geschichte eines Lebens. Gerhard Schabel schafft es so auf wundervolle Art und Weise, dem Medium der Fotografie vollkommen neue Facetten und Wirkungsweisen einzuhauchen.

Ein Kommentar von Lea Grebe

06-headegg-Martin-Brand

Bilder der Vernissage

PRESSE:
www.art-magazin.de/szene/36845/off_spaces_headegg_muenchen

Mehr über Martin Brand unter:

www.martinbrand.net
de.wikipedia.org/wiki/Martin_Brand

Die Vernissage der Ausstellung fand im Rahmen von OFF/ON statt (10.09-12.09.2010):
OFF/ON ist ein gemeinsames Ausstellungswochenende der Münchener Offspaces und Kunsträume der Stadt München ergänzt durch drei weitere Institutionen parallel zum Galerienwochende OPEN ART.

www.muenchen.de/Rathaus/kult/presse/2010/august/431361/open_art.html

OFF/ON 2010 Flyer herunterladen



Martin Brand / Portraits of Young Men

Die Videoarbeit „Portraits of Young Men“ von Martin Brand thematisiert männlich dominierte Jugendszenen und deren Alltagskultur im öffentlichen Raum verschiedener Groß- und Kleinstädte Deutschlands.

40 gefilmte Portraits von jungen Männern, die sich zum Teil am Rande der Gesellschaft bewegen, reihen sich darin still aneinander. Die Portraitierten sind Jugendliche unterschiedlicher sozialer Herkunft, manche von ihnen ohne große Zukunftsvisionen. Jungs, die viel Zeit auf der Straße verbringen und teilweise bereits eine Gefängniskarriere hinter sich haben – dort aufgenommen, wo sie sich täglich mit Gleichgesinnten aufhalten.

Ungefähr zwei Minuten lang ließ der Künstler sie konzentriert in seine Kamera blicken, mit der Anweisung, sich möglichst wenig von anderen Dingen ablenken zu lassen. Die jungen Männer wurden jeweils einzeln portraitiert und somit bewusst dem Schutz ihrer Clique enthoben, die maßgeblichen Einfluss auf ihre Verhaltensweisen, ihr Selbstwertgefühl und ihre Identitätsbildung hat. Aufgrund ihrer häufig stereotypen Outfits lassen sich die jungen Männer meist schnell einer bestimmten Gruppierung oder Jugendszene, wie zum Beispiel den Punks, Gothics, Skatern oder Rappern zuordnen.

Beim intensiven Betrachten der Portraitaufnahmen werden jedoch erstaunlich bald Risse und Divergenzen in den vorgetragenen Identitätskonstruktionen sichtbar. In vielen Fällen ist es insbesondere der Blick der Portraitierten, der Unsicherheit und Nervosität spürbar werden lässt. Noch stärker als die Portraitfotografien, die ebenfalls im Rahmen des Projekts von jeder Person entstanden sind, provozieren Brands Videoportraits einen intensiven Dialog zwischen Betrachter und Werk. Es kommt zu einem real anmutenden Blickwechsel.

Sandra Steinleitner

 

 

Bilder der Vernissage

Bilder für Torte wurde unterstützt von:
www.cafebeer.de
www.cafehoelzl.de
www.fototorten.de
www.muenchner-freiheit.de

 


 

BILDER FÜR TORTE

HEADEGG hat Geburtstag! Zeit zum Feiern und Tortenessen, aber auch Zeit zum Zurückblicken auf das erste Jahr. Begonnen hat alles 2009 mit der Idee des Fotografen Hubertus Hamm, wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer KünstlerInnen in einem an den Hof seines Fotostudios angrenzenden Pavillon zu präsentieren. Zusammen mit der Kunsthistorikerin Sandra Steinleitner und seinen MitarbeiterInnen wurde ein Konzept ausgearbeitet und realisiert.

Den gelungenen Auftakt machte Thomas Pakull mit der Ausstellung „Schattenbilder“, in der 17 kleinformatige Scherenschnitte gezeigt wurden. Die Bildmotive seiner Schwarz-Weiß-Arbeiten waren berühmten Dokumentarfotografien entliehen, die einst um die Welt gingen und berührten oder schockierten. Trotz ihrer reduzierten Form waren sie in der Lage, die aus den Medien bekannten Originalbilder sowie die mit ihnen verbundenen Emotionen aufs Neue aufleben zu lassen. In der nächsten Ausstellung beschäftigte sich die japanische Künstlerin Aiko Okamoto mit den alltäglichen Dingen unserer Wegwerfgesellschaft. Unter dem Titel „Soup“ präsentierte sie fein lavierte Zeichnungen von Gesichtern auf kleinen Plastikschälchen, die der Verpackung japanischer Instant Misosuppen entstammten. Auf Leuchtkästen montiert strahlten sie dem HEADEGG Besucher Tag und Nacht geisterhaft entgegen. In der dritten Ausstellung drehte sich alles um Tropical Vibes – und das im tiefsten Winter. So präsentierten die Künstler Jan Schünke und Benjamin Röder in „Club Tropicana – Lessons of a Journey“ Fotografien und eine Plastik, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Phänomen Palme beschäftigten. Unter dem Dach des HEADEGG-Pavillons ergänzten sich die Einzelarbeiten zu einer stimmigen Gemeinschaftsskulptur. Den Abschluss des ersten Ausstellungsjahres bildete schließlich „Milton Park“, eine Ausstellung der Künstlerin Diane Kokoe Amah. Auf grau lackierte Holzkästen aufgezogen und thematisch in Objektgruppen zusammengefasst, begeisterten ihre vielschichtigen Zeichnungen das Publikum. Manchen Betrachter erinnerten die Arbeiten an verschwommene Naturaufnahmen – fotografisch anmutend und abstrakt zugleich.

Ins zweite Ausstellungsjahr startet HEADEGG nun mit der Geburtstagsschau „Bilder für Torte“, die ein weiteres spannendes und sehenswertes Jahr eröffnet.

 

 

 

Bilder der Vernissage

www.amah.de

 



MILTON PARK

Unter dem Titel „Milton Park“ präsentiert die vierte HeadEgg Ausstellung Arbeiten von Diane Kokoe Amah. In ihren kleinformatigen Zeichnungen beschäftigt sich die in München lebende Künstlerin mit den alltäglichen Erscheinungsformen und Strukturen der Natur.

Auf grau lackierte Holzkästen aufgezogen und thematisch in Objektgruppen zusammengefasst, entfalten die ausschnitthaften Zeichnungen, ihren ästhetischen Charakter, der sich zwischen Abstraktion und fotografisch anmutendem Naturalismus bewegt. Wie flüchtige Schatten, verschwommene Momentaufnahmen oder auf wesentliche Kontraste reduzierte Eindrücke, transportieren die schemenhaften Motive Stimmungen, die uns allen vertraut zu sein scheinen. In manchem Betrachter erwecken sie sogar eigene Bilder und Erinnerungen an den letzten Waldspaziergang, an Licht, das durch Blätter und Zweige schimmert, an Gerüche, Schatten, Wind und Stille. Ähnlich meditativ verläuft auch der Herstellungsprozess der vielschichtigen Zeichnungen. Dabei trägt die Künstlerin intuitiv und konzentriert Schicht um Schicht Kohle, Grafit, Kreide, Ölfarbe oder Tusche auf, wodurch die Bilder ihre komplexen Oberflächenstrukturen erhalten. Diese feinen zeichnerischen Nuancen verleihen den Arbeiten eine besondere Ästhetik. Im Zusammenspiel mit Lichteinfall und  Reflexionen werden, wie in der Natur selbst, immer wieder neue Aspekte des Dargestellten sichtbar.

Zum Titel der Ausstellung ließ sich Diane Kokoe Amah durch die triste Industriestadt Milton aus Elizabeth Gaskells viktorianischen Roman „North & South“ inspirieren, in dem die extremen Gegensätze zwischen Landleben und Industrialisierung beschrieben werden. Im harten Alltag der englischen Fabrikarbeiter Mitte des 19. Jahrhunderts existiert ein Leben mit und in der Natur nur noch als Wunschtraum oder in verblassten Erinnerungen. Der Ausstellungstitel „Milton Park“ bezeichnet einen fiktiven Ort, der als Platzhalter für alle Orte des individuellen Naturerlebens steht. So lassen Amahs abstrahierte Abbilder von natürlichen Phänomenen dem Betrachter die Freiheit, seine eigenen Erinnerungen und Vorstellungen in die Objekte hineinzuprojizieren und das Dargestellte mit eigenen Erfahrungen abzugleichen.


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