08-headegg-Matthias-Trager

Bilder der Vernissage

Mehr über Matthias Trager unter:
klassepitz.adbk.de/matthias-trager


111+1

Die achte Ausstellung „111+1“ von HEADEGG steht ganz im Zeichen der Natur. Matthias Trager, der seit 2008 bei Professor Hermann Pitz an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert, beschäftigt sich seit Beginn seines Studiums mit dem Material und der Struktur von Pflanzen. Diese dienten ihm Anfangs als Vorlagen für sein (druck-) grafisches Werk; wurden in letzter Zeit jedoch zunehmend auch als bildhauerisches Material eingesetzt.

Schon seit Kindesbeinen begleitet Trager dieses ausgeprägte Interesse an der Botanik, welches heute ein wesentliches Element seines künstlerischen Schaffens darstellt. Seine Arbeiten bewegen sich thematisch im Spannungsfeld organischer Strukturen und Materialien, denen er geometrische und architektonische Formen gegenüberstellt.

Diese Überlegungen liegen auch den zwei gezeigten Arbeiten zugrunde.
Zu sehen ist eine fotografische Bestandsaufnahme von 111 pflanzlichen Objekten, die alle aus den unterschiedlichen Bestandteilen der Pestwurz gefertigt wurden. Aus dem zerkleinerten organischem Grundmaterial, entstehen verschiedenste geometrische Flächen, Kuben, Würfel und Gittergeflechte. Unter dem Titel Inventur 2011 sind sie aufgereiht, jedes Einzelne davon nüchtern abfotografiert und zentriert im Bild platziert. Die Wahl des jeweils gleichen Bildausschnittes lässt den Betrachter über die Maße der einzelnen Objekte im Unklaren. Die Arbeit ist als Dokumentation einer künstlerischen Materialforschung zu verstehen, welche als Vorstufe zur zweiten Arbeit begriffen werden kann:

Hier ist ein organisches Objekt zu sehen, eine Sitzbank aus Pflanzenfasern der beiden Neophyten (Pflanzenarten, welche nicht von Natur aus in Deutschland heimisch sind): Indisches Springkraut und Japanischer Riesenknöterich.

Die angefertigte Negativform, welche mit den Pflanzenfasern ausgegossen wurde, entsteht durch die Abformung einer antiken Holzbank, die sich seit der Gründerzeit im Besitz der Münchener Akademie befindet. Das organische Material verändert sich im Laufe des Trocknungsprozesses in Volumen und Form, so dass sich ein Verfremdungseffekt einstellt. Zwar lässt sich das Ausmaß der Formveränderung über die Parameter Faserlänge und Trocknungsgeschwindigkeit beeinflussen, das entstehende Objekt ist jedoch immer ein Stück dem Zufall ausgesetzt.

Ein Kommentar von Lea Grebe


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