10-headegg-Neringa-Vasiliauskaite

Bilder der Vernissage

Mehr über Neringa Vasiliauskaite unter:
www.glassberry.eu


„Šviesos paieškos“/ 
„Die Suche des Lichts“

Das Ende der Saison naht und HEADEGG beschließt diese mit der 10. Ausstellung, die Arbeiten der Glas-Künstlerin Neringa Vasiliauskaite präsentiert. 1984 in Litauen geboren, studiert sie zur Zeit an der Akademie der Bildenden Künste in München in der Klasse ehemals Prof. Prangenberg.

Die Ausstellung trägt den litauischen Titel „Šviesos paieškos“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Die Suche des Lichts“. Eben dieses Licht spielt bei der Künstlerin, die sich ausschließlich mit dem Material Glas in ihrem Werk beschäftigt, eine zentrale Rolle. Der Reiz des Materials, seine zahlreichen Facetten, Wirkungen und Erscheinungsformen werden in immer neuen Kontexten von der Künstlerin erprobt. Die meisten Arbeiten Neringa Vasiliauskaites stehen in einem engen Bezug zur Architektur und treten mit dieser in Verbindung. Jeder Arbeit liegt ein genau geplantes Konzept zugrunde. Was entsteht sind filigrane, sensible, sich auf das Material konzentrierende Arbeiten, die ihre Wirkung gerade durch den zerbrechlichen Werkstoff und seine Beleuchtung erhalten.

So auch die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten „Ohne Titel“ (Digitaldruck auf Glas/Kupferrohre) von 2011 und 2012. Sie setzen das so perfekt und unberührt wirkende Glas in Kontrast zu alten gebrauchten Fundstücken aus Vasiliauskaites litauischer Heimat. In Metallrohren erscheinen dem Betrachter unterschiedliche Gesichtsausschnitte und Fragmente unbekannter, fremder Menschen. Leicht verschwommen und milchig in Schwarz/Weiss blicken sie einen wie aus weiter Ferne an. Eingerahmt, gefasst und auch auf gewisse Weise gefangen in der Begrenzung treten sie dem Gegenüber auf Augenhöhe entgegen. Was hier erzwungen wird, ist eine Beschränkung des Sehens. Der Rest der gezeigten Gesichter bleibt dem Betrachter unzugänglich und verschlossen. Er kann sich kein vollständiges Bild der zu den Augen gehörenden Personen machen. Durch die Eingrenzung kommt es zu einer Fokussierung und Konzentration auf einen kleinen begrenzten Bereich des Menschen.

Der Betrachter tritt in Kommunikation mit dem gezeigten Gegenüber und muss sich der Divergenz stellen, die gleichzeitig wichtige Informationen nicht offenlegt, sondern zurückhält und so durch die Augen in die „Seele“ des Einzelnen blicken lässt und das Innerste des Menschen offenlegt. Der Betrachter wird zum Wertenden auf der Suche nach der Individualität des Einzelnen, der in den Arbeiten als Bruchstück und Fragment präsentiert wird.

Dies offenbart den Menschen, hier den Betrachter, als Gefangenen seiner eigenen Auffassungen, Meinungen und sogar Vorurteile. Man wird mit den unterschiedlichsten eigenen Assoziationen konfrontiert und steht ihnen unerwartet gegenüber. So zeichnet Neringa Vasiliauskaite, sensibel in ihren Arbeiten, die immer größer werdende Entfremdung des Einzelnen in unserer Gesellschaft nach.

Ein Kommentar von Lea Grebe

09-headegg-Herbert-Rometsch

 

WEITERE DER 65 ARBEITEN VON HERBERT ROMETSCH >>> 

 

Bilder der Vernissage

Mehr über Herbert Rometsch unter:
www.herbert-rometsch.com

 


 Fotoarbeiten 2012

Nach der Winterpause startet HEADEGG mit einer neuen Ausstellung in das Frühjahr 2012 bei der wir uns wieder auf unsere Wurzeln besonnen haben. In der 9. Ausstellung „Herbert Rometsch – Fotoarbeiten 2012“ dreht sich alles um Fotografie. Der in München lebende und arbeitende Künstler Herbert Rometsch beschäftigt sich schon seit über 30 Jahren mit diesem Medium. Beeinflusst durch die Informelle Kunst und Künstler wie Ugo Mulas, K.R.H. Sonderborg, Jean-Michel Basquiat oder auch Wols und Blinky Palermo entwickelt Herbert Rometsch eine Zeichensprache, die von spontanen Impulsen lebt, sich in Linien, Streifen und Farbflächen unmittelbar überträgt.

Was über Jahre entstand und immer noch täglich wächst, ist eine scheinbar unbegrenzte Menge an Bildern. Mit geübtem Auge für die kleinen und großen Zusammenhänge, das Unscheinbare, das nicht Offensichtliche werden die Bildmotive ausgewählt. Zwischen Detailaufnahmen von „Stadtmobiliar“ stehen Streetart und deren Überlagerungen im bildnerischen Interesse des Künstlers. Diese Aufnahmen erhalten durch die fotografische Begrenzung und Herauslösung aus ihrem ursprünglichen Kontext eine neue Bedeutung und Wirkung. Immer neue Spuren, Tags, Verwischungen, Kommentare und kreative Ausbrüche verschiedenster Art fügen sich zu einem dichten, komprimierten neuen Ganzen zusammen. Die Fotografien und produzierten Bilder vermitteln und eröffnen dem Betrachter Eindrücke von Orten und Details, an denen er unbemerkt vorüber gegangenen wäre. Die Bilder entstehen spielerisch, forschend, auf Streifzügen durch den Alltag.

Das Ausgangsprodukt wird mal mehr, mal weniger bearbeitet. Die künstlerischen Eingriffe reduzieren auf das Wesentliche, komponieren oder stellen unsere Sehgewohnheiten infrage. Oft ist das Auge verwirrt von Verzerrungen, Farbflächen und Streifen, die wie aus dem Nichts zu kommen scheinen. Der Raum verändert sich, Vorder- und Hintergrund werden diffus, stellen herkömmliche Raumempfindungen auf die Probe. Was entsteht, sind im Bild enthaltene abstrakte Farbspektren die den, von der Realität ausgehenden Fotografien eine zweite monochrome Ebene hinzufügen. Die Möglichkeiten der Fotografie werden neu ausgelotet und mithilfe heutiger Techniken an ihre Grenzen getrieben.

Herbert Rometsch versteht seine Arbeiten als Form urbaner Kommunikation, von vorhandenen Impulsen ausgehend, als Beobachter, die Städte und die in ihr entstehenden Prozesse abstrahierend. Wie Skizzen entstehen Fotografien, die Urbanität und Leichtigkeit ausstrahlen.

Auch HEADEGG ist nun endgültig in der medialen Gegenwart angekommen. Die Ausstellung zeigt aus dem Überfluss an Bildmaterial nur einzelne Arbeiten und ist gekoppelt an eine virtuelle Galerie, die den Besucher einlädt weitere Arbeiten unter www.headegg.com zu betrachten.

Ein Kommentar von Lea Grebe


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