Hubertus Hamm
11-headegg-Olaf-Tiedje

Bilder der Vernissage

Mehr über Olaf Tiedje unter:
www.ot-sculptures.com


yarn-objects

Das Jahr 2013 beginnt bei HEADEGG mit der Ausstellung Nummer 11 unter dem Titel Olaf Tiedje „yarn-objects“, Fotografien. Der in Stuttgart geborene Künstler setzt sich mit dem Medium der digitalen Fotografie auf formal-traditionellem Weg auseinander. Er kombiniert diese für uns auch erstmals in einer Ausstellung mit einer realen Installation, wie sie sonst nur in den eigentlichen Arbeiten zu finden ist.

Zu sehen sind 2009 entstandene Bilder der Serie „yarn-objects“. Sie zeigen urbane Stadtlandschaften, in welche der Künstler mit seinen „Schnur-Installationen“ interveniert und auf das Vorhandene, die Umgebung reagiert. Auch Naturaufnahmen, in die urbane Elemente transportiert werden, sind Teil der Serie. In langer Abstimmung auf den Ort, seine Wirkung und sein Potential entstehen die Installationen, welche anschließend in den Bildern von Tiedje zu sehen sind. Wichtig hierbei ist zum einen der Aspekt des gekonnt handwerklichen Arbeitens. Tiedje der über die Studiofotografie zur Kunst gekommen ist, beherrscht dieses perfekt. Für das Auge ist es auf den ersten Blick nicht zu erkennen, wie die zarten Schnurgebilde ohne Hilfe der digitalen Bearbeitung entstanden sind. Zum anderen tritt der Raum als wichtiger Bezugspunkt auf. In ihm bewegt sich der Fotograf, auf ihn beziehen sich die Installationen und ohne ihn wäre eine Reaktion auf den Ort, ein Intervenieren nicht möglich. Die filigranen Gebilde fügen sich perfekt in ihr Umfeld ein. Die Fäden vollziehen mit einer solchen Selbstverständlichkeit Formen, hören plötzlich auf oder spannen Gebilde auf, dass die Unmöglichkeit des Gesehenen erst auf den zweiten Blick dem Betrachter bewusst wird. Was ausgelöst wird, sind Irritationen, die dazu anregen, Sehgewohnheiten zu hinterfragen, genau hinzusehen und das Gesehene nicht einfach hinzunehmen. Die Phantasie wird angeregt, eine eigene Interpretation des Dargestellten zu entwickeln. Der Faden beschreibt Bahnen, welche für das Auge nicht nachvollziehbar erscheinen. Erst bei ganz genauem Hinsehen erkennt der Betrachter, z.B in dem Bild „pingpong“, die fast unsichtbaren Fäden, die es ermöglichen, den Flug eines Tischtennisballs nachzuempfinden. Was sich so in den Fotografien entwickelt, ist ein Wechselspiel zwischen den Gegensätzen Natur und Zivilisation, die sich hier gegenseitig bedingen, miteinander verknüpft werden und im Wechselspiel zueinanderstehen. Es kommt zu einer Gratwanderung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Realem und Imagination. „Die Bilder erhalten so eine neue fotografische und inhaltliche Qualität. Die Fäden schaffen Verbindungen, brechen Strukturen, liefern Zitate, zeigen Symbole oder verhüllen Oberflächen“, so der Künstler über sein Werk. Auf diese Weise gelingt es Tiedje, rätselhafte, filigrane und sensibel auf den Ort abgestimmte Installationen in das Umfeld einzuflechten und verleiht der Fotografie damit Aspekte des surreal-wundersamen, ja sogar märchenhaft Anmutenden.

Ein Kommentar von Lea Grebe

10-headegg-Neringa-Vasiliauskaite

Bilder der Vernissage

Mehr über Neringa Vasiliauskaite unter:
www.glassberry.eu


„Šviesos paieškos“/ 
„Die Suche des Lichts“

Das Ende der Saison naht und HEADEGG beschließt diese mit der 10. Ausstellung, die Arbeiten der Glas-Künstlerin Neringa Vasiliauskaite präsentiert. 1984 in Litauen geboren, studiert sie zur Zeit an der Akademie der Bildenden Künste in München in der Klasse ehemals Prof. Prangenberg.

Die Ausstellung trägt den litauischen Titel „Šviesos paieškos“, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Die Suche des Lichts“. Eben dieses Licht spielt bei der Künstlerin, die sich ausschließlich mit dem Material Glas in ihrem Werk beschäftigt, eine zentrale Rolle. Der Reiz des Materials, seine zahlreichen Facetten, Wirkungen und Erscheinungsformen werden in immer neuen Kontexten von der Künstlerin erprobt. Die meisten Arbeiten Neringa Vasiliauskaites stehen in einem engen Bezug zur Architektur und treten mit dieser in Verbindung. Jeder Arbeit liegt ein genau geplantes Konzept zugrunde. Was entsteht sind filigrane, sensible, sich auf das Material konzentrierende Arbeiten, die ihre Wirkung gerade durch den zerbrechlichen Werkstoff und seine Beleuchtung erhalten.

So auch die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten „Ohne Titel“ (Digitaldruck auf Glas/Kupferrohre) von 2011 und 2012. Sie setzen das so perfekt und unberührt wirkende Glas in Kontrast zu alten gebrauchten Fundstücken aus Vasiliauskaites litauischer Heimat. In Metallrohren erscheinen dem Betrachter unterschiedliche Gesichtsausschnitte und Fragmente unbekannter, fremder Menschen. Leicht verschwommen und milchig in Schwarz/Weiss blicken sie einen wie aus weiter Ferne an. Eingerahmt, gefasst und auch auf gewisse Weise gefangen in der Begrenzung treten sie dem Gegenüber auf Augenhöhe entgegen. Was hier erzwungen wird, ist eine Beschränkung des Sehens. Der Rest der gezeigten Gesichter bleibt dem Betrachter unzugänglich und verschlossen. Er kann sich kein vollständiges Bild der zu den Augen gehörenden Personen machen. Durch die Eingrenzung kommt es zu einer Fokussierung und Konzentration auf einen kleinen begrenzten Bereich des Menschen.

Der Betrachter tritt in Kommunikation mit dem gezeigten Gegenüber und muss sich der Divergenz stellen, die gleichzeitig wichtige Informationen nicht offenlegt, sondern zurückhält und so durch die Augen in die „Seele“ des Einzelnen blicken lässt und das Innerste des Menschen offenlegt. Der Betrachter wird zum Wertenden auf der Suche nach der Individualität des Einzelnen, der in den Arbeiten als Bruchstück und Fragment präsentiert wird.

Dies offenbart den Menschen, hier den Betrachter, als Gefangenen seiner eigenen Auffassungen, Meinungen und sogar Vorurteile. Man wird mit den unterschiedlichsten eigenen Assoziationen konfrontiert und steht ihnen unerwartet gegenüber. So zeichnet Neringa Vasiliauskaite, sensibel in ihren Arbeiten, die immer größer werdende Entfremdung des Einzelnen in unserer Gesellschaft nach.

Ein Kommentar von Lea Grebe

09-headegg-Herbert-Rometsch

 

WEITERE DER 65 ARBEITEN VON HERBERT ROMETSCH >>> 

 

Bilder der Vernissage

Mehr über Herbert Rometsch unter:
www.herbert-rometsch.com

 


 Fotoarbeiten 2012

Nach der Winterpause startet HEADEGG mit einer neuen Ausstellung in das Frühjahr 2012 bei der wir uns wieder auf unsere Wurzeln besonnen haben. In der 9. Ausstellung „Herbert Rometsch – Fotoarbeiten 2012“ dreht sich alles um Fotografie. Der in München lebende und arbeitende Künstler Herbert Rometsch beschäftigt sich schon seit über 30 Jahren mit diesem Medium. Beeinflusst durch die Informelle Kunst und Künstler wie Ugo Mulas, K.R.H. Sonderborg, Jean-Michel Basquiat oder auch Wols und Blinky Palermo entwickelt Herbert Rometsch eine Zeichensprache, die von spontanen Impulsen lebt, sich in Linien, Streifen und Farbflächen unmittelbar überträgt.

Was über Jahre entstand und immer noch täglich wächst, ist eine scheinbar unbegrenzte Menge an Bildern. Mit geübtem Auge für die kleinen und großen Zusammenhänge, das Unscheinbare, das nicht Offensichtliche werden die Bildmotive ausgewählt. Zwischen Detailaufnahmen von „Stadtmobiliar“ stehen Streetart und deren Überlagerungen im bildnerischen Interesse des Künstlers. Diese Aufnahmen erhalten durch die fotografische Begrenzung und Herauslösung aus ihrem ursprünglichen Kontext eine neue Bedeutung und Wirkung. Immer neue Spuren, Tags, Verwischungen, Kommentare und kreative Ausbrüche verschiedenster Art fügen sich zu einem dichten, komprimierten neuen Ganzen zusammen. Die Fotografien und produzierten Bilder vermitteln und eröffnen dem Betrachter Eindrücke von Orten und Details, an denen er unbemerkt vorüber gegangenen wäre. Die Bilder entstehen spielerisch, forschend, auf Streifzügen durch den Alltag.

Das Ausgangsprodukt wird mal mehr, mal weniger bearbeitet. Die künstlerischen Eingriffe reduzieren auf das Wesentliche, komponieren oder stellen unsere Sehgewohnheiten infrage. Oft ist das Auge verwirrt von Verzerrungen, Farbflächen und Streifen, die wie aus dem Nichts zu kommen scheinen. Der Raum verändert sich, Vorder- und Hintergrund werden diffus, stellen herkömmliche Raumempfindungen auf die Probe. Was entsteht, sind im Bild enthaltene abstrakte Farbspektren die den, von der Realität ausgehenden Fotografien eine zweite monochrome Ebene hinzufügen. Die Möglichkeiten der Fotografie werden neu ausgelotet und mithilfe heutiger Techniken an ihre Grenzen getrieben.

Herbert Rometsch versteht seine Arbeiten als Form urbaner Kommunikation, von vorhandenen Impulsen ausgehend, als Beobachter, die Städte und die in ihr entstehenden Prozesse abstrahierend. Wie Skizzen entstehen Fotografien, die Urbanität und Leichtigkeit ausstrahlen.

Auch HEADEGG ist nun endgültig in der medialen Gegenwart angekommen. Die Ausstellung zeigt aus dem Überfluss an Bildmaterial nur einzelne Arbeiten und ist gekoppelt an eine virtuelle Galerie, die den Besucher einlädt weitere Arbeiten unter www.headegg.com zu betrachten.

Ein Kommentar von Lea Grebe

08-headegg-Matthias-Trager

Bilder der Vernissage

Mehr über Matthias Trager unter:
klassepitz.adbk.de/matthias-trager


111+1

Die achte Ausstellung „111+1“ von HEADEGG steht ganz im Zeichen der Natur. Matthias Trager, der seit 2008 bei Professor Hermann Pitz an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert, beschäftigt sich seit Beginn seines Studiums mit dem Material und der Struktur von Pflanzen. Diese dienten ihm Anfangs als Vorlagen für sein (druck-) grafisches Werk; wurden in letzter Zeit jedoch zunehmend auch als bildhauerisches Material eingesetzt.

Schon seit Kindesbeinen begleitet Trager dieses ausgeprägte Interesse an der Botanik, welches heute ein wesentliches Element seines künstlerischen Schaffens darstellt. Seine Arbeiten bewegen sich thematisch im Spannungsfeld organischer Strukturen und Materialien, denen er geometrische und architektonische Formen gegenüberstellt.

Diese Überlegungen liegen auch den zwei gezeigten Arbeiten zugrunde.
Zu sehen ist eine fotografische Bestandsaufnahme von 111 pflanzlichen Objekten, die alle aus den unterschiedlichen Bestandteilen der Pestwurz gefertigt wurden. Aus dem zerkleinerten organischem Grundmaterial, entstehen verschiedenste geometrische Flächen, Kuben, Würfel und Gittergeflechte. Unter dem Titel Inventur 2011 sind sie aufgereiht, jedes Einzelne davon nüchtern abfotografiert und zentriert im Bild platziert. Die Wahl des jeweils gleichen Bildausschnittes lässt den Betrachter über die Maße der einzelnen Objekte im Unklaren. Die Arbeit ist als Dokumentation einer künstlerischen Materialforschung zu verstehen, welche als Vorstufe zur zweiten Arbeit begriffen werden kann:

Hier ist ein organisches Objekt zu sehen, eine Sitzbank aus Pflanzenfasern der beiden Neophyten (Pflanzenarten, welche nicht von Natur aus in Deutschland heimisch sind): Indisches Springkraut und Japanischer Riesenknöterich.

Die angefertigte Negativform, welche mit den Pflanzenfasern ausgegossen wurde, entsteht durch die Abformung einer antiken Holzbank, die sich seit der Gründerzeit im Besitz der Münchener Akademie befindet. Das organische Material verändert sich im Laufe des Trocknungsprozesses in Volumen und Form, so dass sich ein Verfremdungseffekt einstellt. Zwar lässt sich das Ausmaß der Formveränderung über die Parameter Faserlänge und Trocknungsgeschwindigkeit beeinflussen, das entstehende Objekt ist jedoch immer ein Stück dem Zufall ausgesetzt.

Ein Kommentar von Lea Grebe

07-headegg-Gerhard-Schabel

Bilder der Vernissage

Mehr über Gerhard Schabel unter:
www.gerhardschabel.de

 



Was sich bewegt, kann man nicht denken

Die Winterpause ist vorbei und HEADEGG startet mit seiner siebten Ausstellung in die neue Saison! Wir freuen uns auf Gerhard Schabel und seine Installationen „Was sich bewegt, kann man nicht denken“. Ausgangspunkt der Arbeit von Gerhard Schabel ist das Verhältnis zwischen Bewegung, Zeit, und Moment, dem er sich, in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Thomas Heiber, seit einigen Jahren widmet. Am Ende ist es die Frage nach dem fotografischen Moment, der für seine Arbeit entscheidend ist. „Der Aspekt, wie man den Dingen Sein gibt, also eine Dauer. Und doch scheint mir die eigentliche Arbeit und die Funktion von Kunst das Gegenteil dessen zu sein und in der Freiheit zu liegen, solche (definierten) Seinszustände, seien es nun Moden, Ideen, Ideologien, moralische Systeme bis hin zur Religion wieder in Bewegung zu bringen. Das beinhaltet eben nicht nur einen ästhetische Genuss, sondern die Möglichkeit, dass etwas angeregt wird und beschäftigt, neue Bewegungsmöglichkeit eröffnet bis hin zur Trauer und der Akzeptanz der eigenen Endlichkeit, mit der darin liegenden Öffnung zum Moment.“ Der Beobachter sieht sich Installationen gegenübergestellt, die in ständigem Wandel begriffen sind. Laufend ergeben sich neue Bildkompositionen, Sinnzusammenhänge und Assoziationen. Es werden verschiedenste Empfindungen geweckt. Vorder- und Hintergrund verschwimmen, wechseln sich ab und irritieren den Betrachter. Das Sehvermögen wird infrage gestellt, Bewegungsabläufe werden körperlich erfahrbar gemacht. Die Installation erzielt eine Verlagerung des Denkens hin zur intuitiven Wahrnehmung. Im Betrachter werden neue Impulse ausgelöst, die Mut und Anstrengung verlangen und ihn auf eine Reise mitnehmen. Die drei gezeigten, vom Grundaufbau her statischen Installationen, werden durch verschiedene Methoden in Bewegung gesetzt. Die erste Arbeit zeigt Projektionen von Fotografien auf sich leicht bewegenden Papierbahnen. So entstehen Räume und Landschaften mit Tiefenwirkung. In dem zweiten Werk werden auf einem Bildschirm Fotografien gezeigt, die sich durch prismenartige Verschiebungen von einzelnen Bildelementen, permanent verändern. In der letzten Arbeit erlebt ein kleines Mädchen durch einen sich ständig verändernden Hintergrund die Geschichte eines Lebens. Gerhard Schabel schafft es so auf wundervolle Art und Weise, dem Medium der Fotografie vollkommen neue Facetten und Wirkungsweisen einzuhauchen.

Ein Kommentar von Lea Grebe

06-headegg-Martin-Brand

Bilder der Vernissage

PRESSE:
www.art-magazin.de/szene/36845/off_spaces_headegg_muenchen

Mehr über Martin Brand unter:

www.martinbrand.net
de.wikipedia.org/wiki/Martin_Brand

Die Vernissage der Ausstellung fand im Rahmen von OFF/ON statt (10.09-12.09.2010):
OFF/ON ist ein gemeinsames Ausstellungswochenende der Münchener Offspaces und Kunsträume der Stadt München ergänzt durch drei weitere Institutionen parallel zum Galerienwochende OPEN ART.

www.muenchen.de/Rathaus/kult/presse/2010/august/431361/open_art.html

OFF/ON 2010 Flyer herunterladen



Martin Brand / Portraits of Young Men

Die Videoarbeit „Portraits of Young Men“ von Martin Brand thematisiert männlich dominierte Jugendszenen und deren Alltagskultur im öffentlichen Raum verschiedener Groß- und Kleinstädte Deutschlands.

40 gefilmte Portraits von jungen Männern, die sich zum Teil am Rande der Gesellschaft bewegen, reihen sich darin still aneinander. Die Portraitierten sind Jugendliche unterschiedlicher sozialer Herkunft, manche von ihnen ohne große Zukunftsvisionen. Jungs, die viel Zeit auf der Straße verbringen und teilweise bereits eine Gefängniskarriere hinter sich haben – dort aufgenommen, wo sie sich täglich mit Gleichgesinnten aufhalten.

Ungefähr zwei Minuten lang ließ der Künstler sie konzentriert in seine Kamera blicken, mit der Anweisung, sich möglichst wenig von anderen Dingen ablenken zu lassen. Die jungen Männer wurden jeweils einzeln portraitiert und somit bewusst dem Schutz ihrer Clique enthoben, die maßgeblichen Einfluss auf ihre Verhaltensweisen, ihr Selbstwertgefühl und ihre Identitätsbildung hat. Aufgrund ihrer häufig stereotypen Outfits lassen sich die jungen Männer meist schnell einer bestimmten Gruppierung oder Jugendszene, wie zum Beispiel den Punks, Gothics, Skatern oder Rappern zuordnen.

Beim intensiven Betrachten der Portraitaufnahmen werden jedoch erstaunlich bald Risse und Divergenzen in den vorgetragenen Identitätskonstruktionen sichtbar. In vielen Fällen ist es insbesondere der Blick der Portraitierten, der Unsicherheit und Nervosität spürbar werden lässt. Noch stärker als die Portraitfotografien, die ebenfalls im Rahmen des Projekts von jeder Person entstanden sind, provozieren Brands Videoportraits einen intensiven Dialog zwischen Betrachter und Werk. Es kommt zu einem real anmutenden Blickwechsel.

Sandra Steinleitner

 

 

Bilder der Vernissage

Bilder für Torte wurde unterstützt von:
www.cafebeer.de
www.cafehoelzl.de
www.fototorten.de
www.muenchner-freiheit.de

 


 

BILDER FÜR TORTE

HEADEGG hat Geburtstag! Zeit zum Feiern und Tortenessen, aber auch Zeit zum Zurückblicken auf das erste Jahr. Begonnen hat alles 2009 mit der Idee des Fotografen Hubertus Hamm, wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer KünstlerInnen in einem an den Hof seines Fotostudios angrenzenden Pavillon zu präsentieren. Zusammen mit der Kunsthistorikerin Sandra Steinleitner und seinen MitarbeiterInnen wurde ein Konzept ausgearbeitet und realisiert.

Den gelungenen Auftakt machte Thomas Pakull mit der Ausstellung „Schattenbilder“, in der 17 kleinformatige Scherenschnitte gezeigt wurden. Die Bildmotive seiner Schwarz-Weiß-Arbeiten waren berühmten Dokumentarfotografien entliehen, die einst um die Welt gingen und berührten oder schockierten. Trotz ihrer reduzierten Form waren sie in der Lage, die aus den Medien bekannten Originalbilder sowie die mit ihnen verbundenen Emotionen aufs Neue aufleben zu lassen. In der nächsten Ausstellung beschäftigte sich die japanische Künstlerin Aiko Okamoto mit den alltäglichen Dingen unserer Wegwerfgesellschaft. Unter dem Titel „Soup“ präsentierte sie fein lavierte Zeichnungen von Gesichtern auf kleinen Plastikschälchen, die der Verpackung japanischer Instant Misosuppen entstammten. Auf Leuchtkästen montiert strahlten sie dem HEADEGG Besucher Tag und Nacht geisterhaft entgegen. In der dritten Ausstellung drehte sich alles um Tropical Vibes – und das im tiefsten Winter. So präsentierten die Künstler Jan Schünke und Benjamin Röder in „Club Tropicana – Lessons of a Journey“ Fotografien und eine Plastik, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Phänomen Palme beschäftigten. Unter dem Dach des HEADEGG-Pavillons ergänzten sich die Einzelarbeiten zu einer stimmigen Gemeinschaftsskulptur. Den Abschluss des ersten Ausstellungsjahres bildete schließlich „Milton Park“, eine Ausstellung der Künstlerin Diane Kokoe Amah. Auf grau lackierte Holzkästen aufgezogen und thematisch in Objektgruppen zusammengefasst, begeisterten ihre vielschichtigen Zeichnungen das Publikum. Manchen Betrachter erinnerten die Arbeiten an verschwommene Naturaufnahmen – fotografisch anmutend und abstrakt zugleich.

Ins zweite Ausstellungsjahr startet HEADEGG nun mit der Geburtstagsschau „Bilder für Torte“, die ein weiteres spannendes und sehenswertes Jahr eröffnet.

 

 

 

Bilder der Vernissage

www.amah.de

 



MILTON PARK

Unter dem Titel „Milton Park“ präsentiert die vierte HeadEgg Ausstellung Arbeiten von Diane Kokoe Amah. In ihren kleinformatigen Zeichnungen beschäftigt sich die in München lebende Künstlerin mit den alltäglichen Erscheinungsformen und Strukturen der Natur.

Auf grau lackierte Holzkästen aufgezogen und thematisch in Objektgruppen zusammengefasst, entfalten die ausschnitthaften Zeichnungen, ihren ästhetischen Charakter, der sich zwischen Abstraktion und fotografisch anmutendem Naturalismus bewegt. Wie flüchtige Schatten, verschwommene Momentaufnahmen oder auf wesentliche Kontraste reduzierte Eindrücke, transportieren die schemenhaften Motive Stimmungen, die uns allen vertraut zu sein scheinen. In manchem Betrachter erwecken sie sogar eigene Bilder und Erinnerungen an den letzten Waldspaziergang, an Licht, das durch Blätter und Zweige schimmert, an Gerüche, Schatten, Wind und Stille. Ähnlich meditativ verläuft auch der Herstellungsprozess der vielschichtigen Zeichnungen. Dabei trägt die Künstlerin intuitiv und konzentriert Schicht um Schicht Kohle, Grafit, Kreide, Ölfarbe oder Tusche auf, wodurch die Bilder ihre komplexen Oberflächenstrukturen erhalten. Diese feinen zeichnerischen Nuancen verleihen den Arbeiten eine besondere Ästhetik. Im Zusammenspiel mit Lichteinfall und  Reflexionen werden, wie in der Natur selbst, immer wieder neue Aspekte des Dargestellten sichtbar.

Zum Titel der Ausstellung ließ sich Diane Kokoe Amah durch die triste Industriestadt Milton aus Elizabeth Gaskells viktorianischen Roman „North & South“ inspirieren, in dem die extremen Gegensätze zwischen Landleben und Industrialisierung beschrieben werden. Im harten Alltag der englischen Fabrikarbeiter Mitte des 19. Jahrhunderts existiert ein Leben mit und in der Natur nur noch als Wunschtraum oder in verblassten Erinnerungen. Der Ausstellungstitel „Milton Park“ bezeichnet einen fiktiven Ort, der als Platzhalter für alle Orte des individuellen Naturerlebens steht. So lassen Amahs abstrahierte Abbilder von natürlichen Phänomenen dem Betrachter die Freiheit, seine eigenen Erinnerungen und Vorstellungen in die Objekte hineinzuprojizieren und das Dargestellte mit eigenen Erfahrungen abzugleichen.

Joe Masi - Murena live zur Finissage am 08.01.2010

 


 

Am Freitag, den 08.01.2010 um 19 Uhr wird das Gitarrenduo Joe Masi – Murena eine angenehm irritierende Live Performance im HeadEgg Pavillon darbieten. Das Konzert ist zugleich Finissage der Ausstellung „Soup“ von Aiko Okamoto.

www.myspace.com/joemasi
www.myspace.com/murena

Hier der Kommentar von Aiko zu ihrer Finissage:SOUP

Bilder der Finissage

Das Finissage-Konzert von Joe Masi-Murena hier als Clip:


© Copyright 2017 HeadEgg. Eine Initiative von Hubertus Hamm